24h Lauf Ratingen Breitscheid

Mich hat schon lange der Gedanke, 100km am Stück zu laufen, beschäftigt. Als ich mich auf die Suche nach einem geeigneten möglichst flachen Wettkampf in der Nähe gemacht habe, bin ich auf die 24h von Ratingen gestoßen. Das ganze ist ein 24h Benefizlauf zu Gunsten der behinderter Sportler an der Helen Keller  Schule in Ratingen von Freitag Nachmittag an. Dabei wird eine 5km Runde so oft man möchte gelaufen. Diejenigen, die sich schon im Vorhinein für mehr als 50km anmelden, bekommen die Rundenzählung abgenommen und noch eine extra Verpflegung im Start/Zielbereich.

Ich hatte mich also angemeldet mit dem Ziel möglichst 100km am Stück zu laufen. Allerdings hatte ich nicht die gesamten 24h Zeit, da Kathrin am Sonntag die Challenge Heilbronn geplant hatte und wir am Samstag morgen losfahren wollten. Mein Plan war allerspätestens um 6 Uhr morgens nach Hause zu fahren, damit zumindest noch ein paar Stunden Schlaf blieben.

Der Wettkampf

Um Punkt 18 Uhr war Startschuss und es ging los. Am Anfang ist auch noch Frank (ein Vereinskollege vom Hildener AT) mitgelaufen und hat mich begleitet.

Nach der halben Runde gab es eine kleine private Verpflegungsstelle, an der Wasser für mich und Amber (die mich die ersten 20km begleitet hat) gereicht wurde. Am Start/Zielbereich kam ich bei Kathrin vorbei, was die Runde noch kurzweiliger gemacht hat, als sie ohnehin eigentlich schon war.

Ich hab aber schon direkt zu Anfang gemerkt, dass die Strecke alles andere als komplett flach ist. Im Vergleich zum Klingenpfadlauf oder anderen hügeligen Strecken natürlich schon, aber es ging auch immer wieder ein bisschen hoch und runter.

Nachdem Frank und ich die ersten 20km gelaufen hatten, verabschiedete er sich und auch Kathrin fuhr zusammen mit Amber nach Hause. Da war ich also nun allein und hatte noch ein paar km vor mir. Nach einer etwas längeren Pause, die ich auch zum Essen genutzt habe, ging es dann weiter und es wurde langsam Nacht. Leider hatte ich nie irgendwelche Mitläufer in meinem Tempo, so dass ich die meiste Zeit alleine lief. Irgendwann zu später Stunde im Dunkeln setzte dann noch Nieselregen ein. Der hat zum Glück nicht so lange angehalten, aber alle meine Klamotten waren dann feucht und mir wurde immer kälter. Nach 50km realisierte ich dann, dass ich erst die Hälfte meiner geplanten km habe und irgendwie war durch das alleine Laufen im dunkeln und feuchten jegliche Lust verloren gegangen. Nach knapp 60km meldete sich auch mein Knie so langsam und signalisierte mir, dass es ebenso wie ich keine Lust mehr hat. Nachdem ich mich im Kopf von meinem Ziel, die 100km voll zu machen, verabschiedet hatte, wurde es auch immer schwerer und ich bin teilweise nur noch mit 7:30min/km über die Strecke „gekrochen“. Das ganze wurde durch meine grandiose Vorbereitung auch nicht besser. Die einzigen langen Läufe die ich in dem Jahr bisher gemacht hatte, waren der 6h Lauf in Münster sowie die beiden Marathons in Düsseldorf und Duisburg. Im Training bin ich nie über die 20km hinaus gekommen.

Das Ende…

Nach 70km habe ich dann mit der Erkenntnis, dass 100km nicht so einfach sind, wie ich mir das vorgestellt habe, mitten in der Nacht beschlossen aufzuhören und nach Hause in das warme Bettchen zu kriechen. Schließlich war der Plan auch am nächsten Morgen nach Heilbronn zu fahren. Leider war die Nacht alles andere als erholsam, da Kathrin mit Magen/Darm flach lag. So war dann leider auch für Kathrin der Wettkampf gestorben. Nachdem sie dann wieder einigermaßen fit war, hat es mich dann erwischt. Aber etwas Erholung tat mir sicherlich auch mal ganz gut.

volle Distanz: 69315 m
Maximale Höhe: 118 m
Minimale Höhe: 90 m
Gesamtanstieg: 698 m
Gesamtabstieg: -700 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 6.08 min/km
Gesamtzeit: 07:39:27
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