Düsseldorf Marathon 2015

Irgendwann im Herbst oder Winter 2014 beschloß ich: „Nächstes Jahr laufe ich einen Marathon mit anständiger Vorbereitung und neuer Bestzeit.“ Nunja… Einen Marathon bin ich gelaufen, die Vorbereitung war mal wieder eher halbherzig 🙂

Ich hatte mir also vorgenommen richtig zu trainieren. Nachdem ich aus Namibia wieder da war, lief das Training in den Weihnachtsferien auch ganz gut. Schließlich war ich zu dem Zeitpunkt relativ fit und mein persönlicher Sklaventreiber und Quälgeist Kathrin saß auch zu Hause und hat mich zu jedem ihrer Trainings mitgeschleppt.

Ich hab auch ein wenig abgenommen, so das ein ideales Wettkampfgewicht nicht mehr in so weiter ferne lag und das Training bescherte mir ein auch ein paar ganz gute Zeiten beim Neusser Silvesterlauf und der Hildener Winterlaufserie.

Irgendwie dachte sich mein Kopf: „Das läuft so gut, da braucht man dann ja garnicht so ernsthaft trainieren“. Gedacht und auch so getan. Da die Anmeldung für Düsseldorf schon lange raus war, gab es natürlich auch kein zurück mehr. Irgendwie wird das schon klappen und mit etwas Glück sollte auch eine neue Bestzeit (die alte war 3:19h von vor ein paar Jahren in Essen) drin sein.

Mein einziger langer Lauf über 30km war der 6h Lauf in Münster. War natürlich auch sehr lang, aber ob so ein Wettkampf ein Monat vor dem Marathon so einen guten Trainingseffekt hat bezweifel ich doch irgendwie 🙂

Da Frank auch in Düsseldorf lief, haben wir uns schon am Vortag beim Startunterlagen abholen und danach auf einen Cappucino getroffen. Am nächsten Morgen kam Frank zu mir und wir legten den Rest des Weges per U-Bahn zurück. Vor dem Start dann das übliche Prozedere und auch alle möglichen Leute, die man mit der Zeit schon so kennt, getroffen. Ich dachte immer schon, das ich relativ viele Leute kenne, aber es ist schon echt erschreckend wenn man mit Frank unterwegs ist, wieviele Leute ihn kennen 🙂

Der Wettkampf

Als wir dann am Start standen war meine Taktik: Einfach mal auf Bestzeit (sub 3:19h) laufen, aber nicht zu schnell (also definitiv langsamer als 3:15h). Ich hab mich die ersten km immer in Sichtweite der 3:15h Pacemaker gehalten, aber mit immer größer werdendem Abstand. Die Taktik schien ganz gut aufzugehen. Mir ging es gut und es lief. An meinem Startnummernband hatte ich 3 Gels meiner Eigenverpflegung dabei. Der Plan war bei km 18, 25 und 32 jeweils eins zu nehmen, aber ich hab schon früh gemerkt, dass das so nicht klappen wird und der Griff zum ersten Gel war schon deutlich früher. Man muss dazu sagen, dass mein Magen leider recht empfindlich auf die meisten Gels reagiert und ich bisher nur eine einzige Sorte gefunden habe, die ich vertrage und so dann doch recht skeptisch gegenüber irgendwelchen Gels der Veranstalter bin…

Nachdem dann bei km 28 meine 3 Gels schon weg waren, probierte ich einfach mal eins der gereichten Gels. Erstaunlicherweise hat das tatsächlich geklappt und mein Magen hat sich nicht sonderlich beschwert. Bis dahin haben meine Pace Vorgaben mit grob 4:36-4:40 min/km gut gepasst und ich war im Plan. Aber das schwere Stück kommt ja erst ab 32km aufwärts und so wurde es dann auch langsam alles etwas zäher, aber die Pace konnte ich noch halten. Ich bin sogar zwischenzeitlich den 3:15er Läufern näher gekommen und ich hatte mir ausgerechnet, dass es unter Umständen sogar mit den magischen 3:15h klappen könnte. Die letzten 2km bis zum Ziel waren wirklich unangenehm. Mein Körper hatte eigentlich keine Lust mehr, wurde aber trotzdem weiter von mir gejagt und es ging auch noch einigermaßen flüssig, aber mir war dann irgendwann klar, dass es ganz knapp nicht reichen wird.

Das Ziel

So bin ich dann nach 3:15,15 über die Ziellinie gelaufen. Immer noch eine gute Bestzeit und das Trainings/Ergebnisverhältnis war auf jeden Fall super, aber die 15 Sekunden haben mich doch schon ganz schön geärgert. Deswegen gibt es schon wieder den Plan, endlich mal richtig zu trainieren und einen wirklich guten Marathon zu laufen. Jetzt hab ich aber auch den Druck, da es nun hier öffentlich ist und andererseits wäre es auch mal schön zu sehen, was denn so mit einem richtigen Training machbar ist. Und wer weiss, vielleicht bin ich mit richtigem Training ja kaum schneller. Dann kann ich das in Zukunft mit noch ruhigerem Gewissen sein lassen 🙂

GPS Auswertung

Und weiter unten gibts auch noch die Daten von meinem Forerunner zum Marathon. Wenn man sich die HF Kurve ansieht, erkennt man auch, dass ich zum Ende hin ganz schön gekämpft habe. 190er HF ist ja doch alles andere als Marathon Tempo. Ab km 30 erkennt man auch einen schönen linearen Anstieg der HF. Den gibt es irgendwie bei jedem Marathon bei mir. Vielleicht verschiebt sich das mit anständigem Training dann ja nach hinten. 🙂

volle Distanz: 42689 m
Maximale Höhe: 59 m
Minimale Höhe: 45 m
Gesamtanstieg: 320 m
Gesamtabstieg: -320 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.33 min/km
Gesamtzeit: 03:15:17
Download

Videobeitrag von Frank

Hier noch das Video von Frank zu dem Düsseldorf Marathon. Damit bekommt man ein paar schöne Eindrücke vom Lauf und man kann richtig schön mit ihm mitleiden. 🙂

Ein Kommentar

  1. Pingback: Trainingsplan | triathlon – trail – travel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.