Klingenpfadlauf 2014

Vorbereitung

Im Sommer 2014 hatte ich die verrückte Idee mich mal an einem Ultra zu versuchen. Es hätte bestimmt viele Ultras gegeben, die nicht allzu schlimm sind. Also zum Beispiel nur flache 50km. Einerseits hat mich aber die Idee gereizt, einen Ultra in der Natur und nicht auf der Straße zu laufen (und diese sind dann ja meist eher hügelig) und andererseits kannte ich durch viele Läufe mit Kathrin (sie kommt ursprünglich aus Solingen) schon manche Ecken des Klingenpfades und fand diesen sehr schön und wollte mehr sehen. So hab ich mich schließlich für den Klingenpfadlauf in Solingen als meinen ersten Ultralauf entschieden.

Der Klingenpfad ist ein 73km langer Rundwanderweg mit 1750 Höhenmetern um Solingen herum. Start des Laufes ist in Gräfrath (nur wenige km von Kathrins Eltern entfernt). Der Lauf ist als Freundschaftslauf geplant, was bedeutet, dass gemeinsam gelaufen wird und nach jeder Etappe (alle ca. 7km) auf den Rest des Feldes gewartet wird. Bei km 25 und 50 besteht außerdem die Möglichkeit eines Rücktransports zum Ziel.

So bin ich also an einem Sonntag morgen in aller Früh zum Start nach Gräfrath gefahren und habe die Startunterlagen abgeholt. Nach meinem obligatorischen Toilettengang vor dem Start ging es dann in einer netten gemeinsamen Gruppe los. Zum Start ging es dann erst mal eine große Treppe rauf und dann ab in die Natur.

Der Wettkampf

Das Laufen durch bei Sonnenschein durch den morgendlichen Nebel im Wald ist einfach unbeschreiblich. Es ging mir gut und ich hatte mir als Ziel gesetzt mindestens die 50km voll zu machen. Allerdings wollte ich nur aussteigen, wenn es irgendwelche körperlichen Gründe dafür gab. Reine „Unlust“ weiterzulaufen zählt nicht :-). In der Gruppe wurde es auch nie langweilig und es gab immer wieder nette Gesprächspartner und die Natur war auch immer wieder zu bewundern. An den Verpflegungsstellen fehlte es einem an nichts. Man musste sich schon fast zurückhalten, dass man nicht zu viel isst :-).

Da Kathrin nach circa 30km in den Lauf mit einsteigen und mich knapp 20km lang begleiten wollte, konnte ich mich auch schon auf unser Treffen freuen. Als wir uns trafen, hatte ich schon leichte Ermüdungserscheinungen, was aber nach hügeligen 30km ja auch durchaus normal war. Das Tempo lag meist bei 6:30min/km was ja auch recht entspannend ist. Die nächsten 20km konnte ich viel mit Kathrin laufen und ich hatte mich richtig gefreut, dass sie mich begleitet.

Als wir bei 50km angekommen waren, hab ich mit Kathrin mit einem Becher Iso auf meinen ersten Ultra angestoßen. Ich hatte bis auf eine leichte Ermüdung keine wirklichen körperlichen Beschwerden und so auch keine Ausrede, warum ich aufhören „muss“. Kathrin ist dann mit mehreren anderen mit dem Shuttletransfer zum Ziel gefahren um mich dann da in Empfang zu nehmen.

Das letzte Drittel

Jetzt standen also die letzten und für mich anstrengendsten 23km auf dem Plan. Bis dahin war das Tempo ja noch sehr entspannt, wurde dann aber auf ca. 6:00 min/km erhöht. Was an sich für mich ja eigentlich harmlos ist, aber nach 50km und im hügeligen Gelände bekam ich langsam Probleme. Die nächsten zwei Etappen konnte ich noch folgen, aber dann musste ich leider abreissen lassen und war der letzte und wurde vom Fahrrad begleitet. So eine Situation hatte ich bisher bei allen meinen Läufen noch nicht erlebt, aber ich bin ja vorher auch nie so weit gelaufen. Da hat sich dann auch meine absolut nicht vorhandene Vorbereitung mit grob geschätzt keinem einzigen Lauf über 20km in den letzten Monaten „bezahlt gemacht“. Der Radfahrer hat mich aber immer wieder aufgemuntert und so vergingen auch die letzten km recht gut. Es haben leider nicht alle anderen mit dem Zieleinlauf nicht auf mich gewartet, was ich aber auch durchaus verstehen kann, da ich ja doch ein ganzes Stück dahinter war. So kam ich dann als letzter und viel Applaus (irgendwie bekommt ja immer der Erste und Letzte die größte Aufmerksamkeit) ins Ziel und konnte neben leckerem Kuchen und einem alkoholfreiem Weizen auch meinen Pokal für die gesamte Strecke in Empfang nehmen.

Es war ein toller Wettkampf, der mir sehr viel Spaß gemacht hat und ich komme gerne wieder. Dann aber mit ein paar mehr Trainingskilometern in den Beinen, so dass es nicht so unschön wird. 🙂

GPS Daten

volle Distanz: 66464 m
Maximale Höhe: 287 m
Minimale Höhe: 70 m
Gesamtanstieg: 1761 m
Gesamtabstieg: -1774 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 7.18 min/km
Gesamtzeit: 10:14:05
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