Malle ist nur einmal im Jahr! Unser erstes Trainingslager zu dritt

Was haben wir uns Gedanken gemacht… klappt das überhaupt? Zu dritt ein kleines Doppelzimmer bewohnen? Wohin mit den Bergen von Windeln, Bodys & Co, wenn man eh schon alles voller Sportsachen hat? Und, wie bekommen wir das ganze Gepäck überhaupt nach Mallorca?

Aber von Anfang an: Es sollte nach Can Picafort gehen, ein Ort im Osten von Mallorca, nicht weit von Alcudia. Wir waren schon mehrmals dort und wollten für unser erstes Trainingslager mit Kind keine Experimente 😀 Also buchten wir uns im Ferrer Janeiro ein, ein Sporthotel mit 25m-Pool, Spa, Radgarage und direkter Meernähe.

Die Wochen vor Abflug waren schwer… wenn nicht sogar die schwersten seit Marlons Geburt. Wir waren krank, alle, und das nicht nur ein bisschen. Insgesamt fast 5 Wochen mit Fieber, Antibiotikum und allem was dazu gehört. Die Hoffnung auf ein gutes Traningslager war begrenzt, aber zumindest sollte es dann doch ein schöner Familienurlaub werden.

Pünktlich zum Abflug war das gröbste überstanden und wir standen also mit unseren 2 Koffern, Kinderwagen, Kindersitz und meinem Rad im Radkoffer am Bahnsteig. In dem Moment kamen mir schon Zweifel, die Blicke der Leute taten ihr übriges. Hätten wir vielleicht doch mal versuchen sollen, Hilfe in Anspruch zu nehmen? Hätten wir vielleicht lieber die 70€ für einen gemieteten Kindersitz zahlen sollen? Aber wer weiß, was man da bekommt! Und bei unserer Airline (Norwegian Air, die waren wirklich top!) war die Mitnahme umsonst.

Kaum Gepäck 😀

Irgendwie ging es dann doch. Mit Hilfe von netten Menschen in der Bahn und am Flughafen schafften wir es rechtzeitig zum Flug, den Marlon gänzlich verschlief.

Das Abholen des Mietwagens war dann auch nochmal so eine Sache… aber ohne war uns die Sache zu riskant, ob so Transferbusse gut sind zum Kleinkindtransport weiß ich nicht und bei den Gepäckbergen und 17 Tagen Urlaub war der Kombi Gold wert (Kosten hierfür übrigens sagenhafte 135€ bei einem Fahrer). Am frühen Abend kamen wir endlich an 🙂

Die meisten Leute nehmen frühe Flüge um dann am gleichen Tag noch aufs Rad zu gehen. Das war uns mit Kind definitiv zu stressig und die Entscheidung für einen Flug am Mittag war absolut richtig (Mittagschlaf!!). Und bei 17 Tagen nach 5 Wochen krank sein kam es auf den einen Tag nun wirklich nicht mehr an, also verbrachte mein Rad die erste Nacht im Koffer 😉

Die ersten beiden Tage hatten wir Traumwetter und so langsam kam richtig Urlaubsstimmung auf. Die Gesundheit wurde stetig besser, die Laune auch. Ich hatte nach wie vor damit zu kämpfen dass ich nach so langer Pause einfach völlig unfit war, aber insgesamt ging es mir endlich mal wieder richtig gut. Die Kellner waren super nett, so konnte man sogar 1,5 Stunden beim Abendessen sitzen, ohne dass Marlon sich langweilte. Irgendwer kam immer um ihn zu unterhalten, wenns brenzlig wurde 😉

Endlich Urlaub!

Leider folgten ein paar Tage schlechtes Wetter, aber davon ließen wir uns nicht beeindrucken und dachten uns einfach ein nettes Alternativprogramm aus: Shopping im Outlet, mit Marlon im Fitnessraum und laufen geht ohnehin immer 😛

Fitnessraum Ferrer Concord Hotel

Nach diesen Schlechtwetter-Tagen wurde es einfach super! Wir hatten keinen einzigen Regentag mehr, fast immer Sonne und es lief einfach nur perfekt. Alle Zweifel, die wir hatten, erledigten sich von selbst. Marlon schmeckte das Essen, genug Platz im Zimmer hatten wir auch und die Nächte waren nicht schlechter als zu Hause 😉 Außerdem kam nie Langeweile auf, denn egal ob Strand, Pool oder auch mal ein Ranchbesuch (absoluter Tip für Familien: Der Rancho Grande Park).

Jetzt könnte man meinen, wir hätten gar nicht trainiert 😀 Doch, das auch. Und gar nicht mal wenig. 940km auf dem Rad, 102km in den Laufschuhen und knapp 20km im Pool sind meine Trainingsbilanz, was SO VIEL mehr ist als ich es mir je erträumt hätte. Aber auch Klaus hat ordentlich was geschafft und konnte auch viele Kilometer auf dem Rad und beim laufen sammeln.

„Chillen“ am Pool

Natürlich ist das alles eine Frage der Organisation. Ruhetage gibt es mit Kind nicht. 6 Stunden Einheiten sind anstrengend und jeder weiß, dass man da oft nur noch die Beine hochlegen will. Das gibts nicht mehr! Stattdessen wartet ein Einjähriger auf Bespaßung, also mein Tipp: Niemals ganz abschießen und immer schön für Energienachschub sorgen 😉

Es hat uns auch schon sehr gefehlt, gemeinsam Rad zu fahren. Wir hatte bis auf 90min keinerlei Zeit zu zweit. Aber wir haben trotzdem jeden Tag genossen und auch wenn ich viele lange Touren komplett alleine fahren musste, fühlte ich mich nie einsam. Im Gegenteil, ich kam unterwegs mit Leuten ins Gespräch, die ich sonst vielleicht gar nicht getroffen hätte. Und ich bin mir sicher: Die Jahre, bis wir wieder gemeinsam fahren können, vergehen viel zu schnell.

Also, liebe Eltern&Triathleten: Traut euch! Auch wenn der Komfort nie so ist wie zu Hause (klar, eine Wickelkommode ist toll und die Hausmarke an Windeln immer besser als spanische Billig-Pampers :-P), es lohnt sich so! Wir hatten eine FANTASTISCHE Zeit und gehen voller Endorphine und mit vielen Sommersprossen zurück in den Alltag.

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